Eduard und Johannes Kutrowatz: Hits von Dave Brubeck, arrangiert und improvisiert auf zwei großen Bösendorfer-Konzertflügeln sind nun auf Vinyl und CD im Handel. Höre den Unterschied!

Samstag, 11.11., um 16.00 Uhr, Salon Mississippi

Mit ihrem neuen Album Try to remember Johannes und Eduard Kutrowatz, zwei langjährige Freunde der klangBilder, ein wahres Meisterstück in Interpretation, Klang und Aufmachung vor. Die pure Analog-Aufnahme gibt es nun als LP und als CD, und wir werden beide Formate bei Pro-Ject Audio (Salon Mississippi) vergleichen. Beiden großartigen Musiker werden über ihre Eindrücke bei und nach ihrer Aufnahme auf zwei Bösendorfer-Flügeln und dem Vergleichen der beiden Medien berichten.

Duo Kutrowatz, Foto © Ferry Nielsen

Es folgt ein Round-Table mit den Künstlern, dazu Fachleuten, wie dem Tonmeister der Aufnahme Hans Leitgeb (redpeppermedia), dem bekannten Tonmeister Georg Burdicek (tonzauber), dem Platten-Produzenten Richard Winter (Gramola), und weiteren Gästen, wo es um die aktuellen Gretchenfragen geht: „Ist Analog besser als Digital? / Was unterscheidet Vinyl- vom CD-Klang? / Wird die schwarze Platte gehypt oder wird sie in Kürze wieder den Plattenmarkt beherrschen?

Eduard Kutrowatz hat die wohl größten Hits Dave Brubecks, adaptiert. Brubecks Fähigkeit, klare, fast klassisch anmutende Themen in komplexe und dennoch allgemein verständliche rhythmische Strukturen zu kleiden, hat den beiden Brüdern neue Wege im Umgang mit ihrem vertrauten Klangraum „zwei Klaviere“ eröffnet. Innerhalb der letzten Jahre hat Eduard Kutrowatz seinen Lieblings-Jazzstandards eine ganz persönliche Note gegeben. Brubeck verstand seine Kompositionen als eine Art Tagebuchnotizen, die dem Grundcharakter des entsprechenden Titels besonderes Gewicht verleihen. Viele seiner Themen wurden darüber hinaus zur dramaturgischen Verstärkung in bekannten Filmen eingesetzt.

Eine der vielen Bearbeitungen von „Fly Me To The Moon“ wurde von Frank Sinatra 1964 aufgenommen und den Astronauten der Apollo 11 bei ihrem Mondlandeflug per Funk an Bord übermittelt, und der sentimentale Bossa-Nova „The Shadow Of Your Smile“ aus dem Film „The Sandpiper“ erhielt sogar einen Oscar als „Bester Filmsong“.
„Try To Remember“ gleicht einer Beschwörungsformel, „freundlich sanfte Tage“ nicht zu vergessen, und „... Träume neben dem Kopfkissen aufzubewahren ...“. Dieser Song im Stil eines langsamen Jazzwalzers wurde auch als Filmmusik verwendet.

Ausgelassen endet der Zyklus mit „Sweet Georgia Brown“, jenem Evergreen aus dem Jahr 1925, der ein Mädchen besingt, nach dem alle Männer verrückt sind. Er war u.a. auch in Billy Wilders Glanzstreifen „Some Like It Hot“ zu hören.
Einzelne Nummern entstanden oft aus alltäglichen Eindrücken oder aus einer Improvisation. Dave Brubeck und sein berühmtes Quartett entwickelten eine auffällig große Vorliebe für ungerade Taktarten – das „Blue Rondo a la Turk“ im 9/8-Takt oder „Take Five“ im 5/4-Takt sind wohl die bekanntesten Beispiele.

Und so sieht AAA in der Praxis aus

Tonmeister Hans Leitgeb (www.redpeppermedia.com) berichtet:

Die Aufnahmen wurden sehr pur nur mit analogem Equipment gemacht.
Wir haben dazu hochwertige externe Mikrovorverstärker und ein analoges Mischpult verwendet.
Aufgezeichnet wurde mit einer analogen Bandmaschine, die durch die Verwendung von Schmetterlingstonköpfen und Dolby SR ein Maximum an Tonqualität ermöglicht hat.
Der Klang selbst wurde bewusst ohne Einsatz von Equalizern erzielt und wurde nur durch die richtige Wahl der Mikrofontypen und deren Positionierung erreicht.
Da die Brüder Kutrowatz in einer derart homogenen Art spielen, dass man als Zuhörer meist den Eindruck hat, nur ein sehr großes Klavier zu hören, wollten wir diesen Eindruck auch in unserer Aufnahme einfangen.

Das technische Equipment:
Wir haben alte AKG C12A und C414 sowie ein paar AudioTechnica AT4022 verwendet.
Mic Pre war ein True System Precision 8, dann in eine Studer 169 und schließlich auf eine Studer B67. Aufgenommen wurde im Konzertsaal in Raiding (Lisztzentrum) - direkt in Stereo. Die Überspielungen für die CD wurden auf einem Antelope-Wandler gemacht.
CD und LP werden bei der Firma Vectorix gemacht.

Noch eine persönliche Bemerkung von Herrn Leitgeb:
Ich habe ja bereits Tonaufnahmen gemacht, als das Mastering noch nicht existierte.
Da mussten, so wie auch bei dieser Produktion, alle Entscheidungen bereits bei der Aufnahme gemacht werden.
Fix it in the Mix/Mastering war nicht! Und das Komprimieren einer Klassikaufnahme war ebenfalls kein Thema. Man wollte ja genau diese große Dynamik der künstlerischen Performance einfangen und nicht irgendeinen Loudness-War gewinnen.
Genauso haben wir diese Produktion auch angelegt: wenn schon analog und auf Vinyl, dann auch so pur wie früher. Natürlich haben wir uns die klanglich möglichen Vorzüge einer echten Bandmaschine zu Nutze gemacht. 

Mit ihrem neuen Album TRY TO REMEMBER legen Johannes und Eduard Kutrowatz ein wahres Meisterstück in Interpretation, Klang und Aufmachung vor.

Try to Remember
Der Titel TRY TO RMEMBER ist Programm und Philosophie zugleich:

  • Eduard Kutrowatz hat seine Lieblings-Jazz-Standards, unter anderem auch TRY TO REMEMBER, und die größten Hits Dave Brubeck’s für den Klangraum Zwei Klaviere adaptiert.
  • Johannes und Eduard Kutrowatz blicken auf jahrzehntelange gemeinsame Arbeit, sowohl im künstlerischen Gestalten, als auch im weltumspannenden Programmieren zurück.
  • Zurück zu den Wurzeln: Die Aufnahme erscheint Ende Oktober auch als Vinyl-LP, eine Reminiszenz an die allererste Aufnahme des Duos.

Hörbeispiele von der CD finden Sie hier http://eduardkutrowatz.com/produkt/try-to-remember/

Wir freuen uns auf die Klangvergleiche, die Diskussion und das anschließende Live-Konzert!
Samstag, 11.11., um 16.00 Uhr, Salon Mississippi

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